veröffentlicht in BERLINER MORGENPOST am 25.6.2025

Wiederholtes Systemversagen in der Bildungsverwaltung – Wer übernimmt Verantwortung?

Wenn es in der Berliner Bildungspolitik kracht, geraten reflexartig Lehrkräfte, Schulleitungen und die verantwortliche Senatorin ins Kreuzfeuer. Doch ein zentraler Akteur bleibt dabei regelmäßig unter dem Radar: die Schulaufsicht.

Wo bleibt die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Verhalten der zuständigen Schulaufsichtsbeamten? Jüngstes Beispiel: Der übergriffig behandelte Lehrer an der Carl-Bolle-Schule – kein erkennbarer Beistand durch den zuständigen Referatsleiter aus dem Bezirk Mitte. Stattdessen sollte genau dieser Schulrat nun über sein eigenes Handeln befinden. Ein klarer Fall institutioneller Selbstimmunität.

Ebenso irritierend: Das wiederholte, fragwürdige Agieren der Schulaufsicht in der Causa Staatliche Ballettschule. Schon die umstrittene Amtsenthebung von Prof. Rolf Stabel endete mit einer kompletten juristischen Niederlage. Auch das peinlich geplatzte Besetzungsverfahren an der Schulfarm Scharfenberg liegt im selben Zuständigkeitsbereich – bislang ohne Lösung. Und die anerkannt überfällige Reform der Berliner Elitesportschulen? Auch sie fällt in diesen Verantwortungsbereich – ohne sichtbare Bewegung.

Lehrkräfte und Schulleitungen stehen unter ständiger Beobachtung, ihre Leistungen werden regelmäßig bewertet. Politikerinnen und Politiker müssen sich bei Wahlen verantworten. Doch wer kontrolliert eigentlich die Schulaufsicht? Wer zieht Konsequenzen, wenn dort systemisch versagt wird?

Es ist höchste Zeit, diesen blinden Fleck in der Berliner Bildungsverwaltung endlich auszuleuchten – und zu handeln.