Ein bequemes System macht bequem
Bild: Peter Ruge Architekten GmbH
Wie kam es dazu?
„Unattraktiv, ineffizient und zu teuer!“
Diese Einschätzung hört man – allerdings meist hinter vorgehaltener Hand – allseits, wenn das Gespräch auf die Eliteschulen des Sports kommt. Dabei finden sich vor allem die Schulen in den neuen Bundesländern und in Berlin in der harschen Kritik, zu Recht? Keinen Zweifel gibt es daran, dass die massive Krise im deutschen Leistungssport im direkten Zusammenhang mit der Ausbildung an den bundesweit inzwischen weit über 40 deutschen Eliteschulen des Sports steht. Sie bilden die Schnittstelle zwischen schulischer Ausbildung und organisiertem Leistungssport.
Dies wurde in diesem Buch zum Anlass genommen, sich mit deren Arbeit und Perspektive zu befassen. Es werden Ursachen und Wirkung zu ausgewählten Problemlagen rezipiert und bewertet. Dabei stieß der Autor immer wieder auf Organisationssysteme, wie beispielsweise Bildungsverwaltungen und Sportverbände, die versucht waren, ihre Aufgaben möglichst bequem zu gestalten. Das impliziert die potentielle Gefahr, dass sich nachgeordnete Institutionen – etwa Schulen – auf die Bequemlichkeit des Systems verlassen und weniger motiviert sind, effizient und innovativ zu arbeiten. Mit dem Titel „Ein bequemes System macht bequem“ soll auf diese Problematik hingewiesen werden.
Adressaten dieses Buches sind neben den Verantwortlichen aus Sport und Schule auch sportbegeisterte Pädagogen und Eltern talentierter Kinder, die eine Eliteschule des Sports besuchen oder besuchen wollen.

Leseproben
Und dabei hatten sich das die Protagonisten der Wendejahre so schön ausgemalt: Wenn zu den durch die überaus erfolgreichen DDR-Sportler errungenen Medaillen die aus der Bundesrepublik hinzukommen würden – na dann ist das Vereinigte Deutschland endgültig die global führende Sportnation, zumindest aber mischt sie dann in der „ersten Liga“ mit. Dass es hier allerdings keinen Automatismus geben würde mahnten wache Sportfunktionäre schon Anfang der 1990er- Jahre an und riefen zu einem kollektiven Aufbruch und einer strategischen Entwicklungsplanung im neuen, nun vom Westen dominierten Sportsystem auf. Der Aufruf blieb weitgehend ungehört, Ansätze versickerten. […] Heute, über dreißig Jahre später, beklagen wir die Erfolglosigkeit unserer Spitzensportlerinnen und –sportler und die Naivität des damaligen Denkens. […]
Nach dem Erreichen des schulischen Bildungsabschlusses schloss sich für den KJS-Absolventen in der Regel ein Studium an, in dem auf die Bedürfnisse der Kadersportler erhebliche Rücksichten genommen werden musste. Da weiterhin erhebliche Trainingsumfänge zu bewältigen waren, konnte vielfach an ein geordnetes Studium nicht gedacht werden. Schulische und persönliche Bedürfnisse hatten sich den leistungssportlichen Belangen unterzuordnen. […]
Von den Mangelerscheinungen des real existierenden Sozialismus der 1980er Jahre waren die Kinder- und Jugendsportschulen nicht betroffen. Sie wurden mit ausreichend Personal und Material ausgestattet und konnten auch am Investitionsbudget des Staates erheblich partizipieren. […]
Seit mehr als zehn Jahren wird die Aufnahmezahl von 280 Schulplätzen für die 7. Jahrgänge der drei Schulen nicht mehr erreicht. Das kann in einer wachsenden Stadt wie Berlin mit nahezu 4 Millionen Einwohnern eher weniger in der mangelnden Anzahl von Talenten begründet liegen. Die dargestellte Entwicklung ist auch deswegen erstaunlich, weil der Sport sich eigentlich ständiger, meist positiver Aufmerksamkeit bewusst sein darf. Eher scheint die nachlassende Interessenlage unter anderem an eine verbesserungsbedürftige Außendarstellung der Schulen gekoppelt zu sein. Die Berliner Entwicklung ist, unabhängig von der ausgelaufenen Pandemie, in zweierlei Hinsicht bemerkenswert evident und bedarf der näheren Betrachtung:
- Sporteliteschüler bedeuten für den Steuerzahler eine erhebliche finanzielle Investition, denn es müssen nicht nur die realen Neueinschulungen gegenfinanziert werden. Vielmehr ist wegen der nach wie vor geltenden Richtzahlen auch die dafür notwendige Infrastruktur vorzuhalten.
- Abnehmende Neuaufnahmen deuten auf eine mangelnde Attraktivität der drei Schulen bzw. des dahinterstehenden Systems hin. Den Rückgang überwiegend auf den mangelnden Leistungswillen der Jugendlichen zurückzuführen greift zu kurz und wird der Sache des Sports nicht gerecht. Es bliebe einer weiteren Betrachtung überlassen herauszufinden, inwieweit dieser Berliner Trend auch bundesweit zu beobachten ist.
Bis heute werden die Berliner Sportschulen von den politisch Verantwortlichen gern als die „Leuchttürme des Berliner Schulwesens“ bezeichnet, sie werden gelobt, verhätschelt und – nicht zuletzt – auch mit erheblichen Steuermitteln bedacht. Jeder dieser Schülerplätze ist mehr als doppelt so teuer wie der an einem herkömmlichen Gymnasium! […]
Die Hanns-Braun-Straße, im noblen West-Berliner Westend gelegen, erfüllt zwei Funktionen: Zum einen dient sie den Privilegierten, die den nahen Olympiapark befahren dürfen, als Zufahrtstraße zu allerlei Aktivitäten um das Olympiastadion herum, vorbei an einer von mürrischen Wärtern bewachten Schranke. Alle anderen nutzen sie am Rand als Parkmöglichkeit, um per pedes auf das Gelände zu gelangen. Zum Beispiel um, wie 2020 geschehen, an einer Vorstandssitzung teilzunehmen. Da sind dann auf dem Gelände vor dem Areal von Hertha BSC die Karossen zu bewundern, mit denen sich die Profis des Vereins und deren Entourage fortzubewegen pflegen. Egal – ob geleast oder gekauft – da sammeln sich einige Millionen Euro auf dem Parkplatz. Nach getaner Arbeit kreuzen sich dann gegen Abend die Wege aller Beteiligten. Als Fußgänger tut man gut daran die Augen offen zu halten, um gesund wieder an seinem Auto zu landen. So konnte sich der Autor vor einigen Monaten gerade noch in sein Auto retten, als ein SUV – dieses Fahrzeug heißt wohl wie das Schalentier „Hummer“ – mit abartiger Geschwindigkeit haarscharf an ihm vorbeidüste. Am Steuer konnte ein „Jungstar“ der Hertha-Bundesligagarde gerade noch ausgemacht werden. Puh, noch einmal davongekommen! […]
In vielen Bereichen und an diversen Beispielen wird deutlich, dass der Profifußball Strukturen einer Welt mit selbst verfassten Regeln des Zusammenlebens aufweist:
In diesem Universum wird Macht ausgeübt, eine separate Hierarchie mit einer eigenen Gesetzgebung und interner Gerichtsbarkeit funktioniert unabhängig von der Gesellschaft als Ganzer. Spieler, Trainer, Manager und Spielerberater sind privilegiert, haben oft ein extrem hohes Einkommen und einen höheren gesellschaftlichen Status. Überdies gibt es im Profifußball eine eigene Kultur und Identität, die oft stark von den übrigen und üblichen Normen abweicht: Fußballfans haben ihre eigenen Rituale, Symbole und Sprache, die nur innerhalb der Fußballgemeinschaft verstanden werden. Darüber hinaus gibt es auch Probleme und Herausforderungen wie Korruption, Doping und Gewalt im Profifußball, die Spezifika dieser Parallelwelt sind. […]
Eine Krankenschwester in Berlin, um der Realität noch näher zu rücken, verdient mit ca. 38.500 € im Jahr weniger als Manuel Neuer am Tag. Selbst Niklas Süle benötigt lediglich drei bis vier Tage, um das Jahreseinkommen besagter Krankenschwester zu erreichen. Aber auch der „Durchschnittsprofi“ der 1. Liga benötigt dazu lediglich gute fünf Tage, selbst Profifußballer der 2. Bundesliga lediglich einen knappen Monat. […]
Schließlich sollte das schulische Personalmanagement als eine stärker strategische Komponente begriffen werden. Persönlichkeiten sind gefragt! Ist es eigentlich in jedem Fall sinnvoll, Schulleiter einer EdS vordringlich nach seinen Verbindungen zum Leistungssport auszuwählen? Oder macht es vielleicht gerade Sinn, keine solchen Anbindungen zu präferieren? Oder macht es die „Mischung“? […]
Bei allem geht es darum, ein verändertes Bewusstsein zu schaffen und somit auch den „Geist der Schule“ zu bestimmen. Es geht am Ende um ein emanzipatorisches Zusammenwirken aller Beteiligten. […]
Die sportpolitische Diskussion in der Bundesrepublik Deutschland hat nach den Olympischen Spielen von Rio des Janeiro an Vehemenz erheblich zugenommen. Mahnende Worte dazu findet die Diskuswerferin und Olympiasechste von Tokio Nadine Müller zum Abschied ihrer Karriere: „Seit 2016 kann man leider in Deutschland den Fall der Leichtathletik verfolgen. Das schreitet ganz schön schnell voran. Jetzt sieht man, dass bei der Sportreform des DOSB ein bisschen was falsch gemacht wurde und ich glaube, wir werden nach 2024 noch weniger Athleten bei Olympia ganz oben stehen haben, die der Nachwuchs als Vorzeigesportler braucht, um überhaupt wieder Spaß am Sport zu haben“ (Berliner Zeitung Nr. 206 v. 5.9.2022). Deutschland habe es versäumt, den Nachwuchs nach oben zu ziehen. […]
Erfolglosigkeit im Leistungssport verlangt nach Aussprache und tragfähigen Konzepten. Dabei wurden und werden wieder verstärkt Einflussgrößen des DDR-Leistungssportsystems, etwa die Konzentration auf weniger Trainingsstützpunkte, heftig diskutiert. Hierein fällt ferner die vonseiten des Sports vehement vorgetragene Forderung nach einer wieder stärkeren Position des Trainers, die auch mit einer besseren Bezahlung einhergehen soll. […]
Rezensionen
Über dieses Buch könnte ich ein Buch schreiben. So an- und aufregend ist es. Der Autor hat ein Kompendium vorgelegt, dass sowohl den Ist-Zustand der Berliner Eliteschulen des Sports als auch den Weg dahin nachvollziehbar darstellt. Aber er zeigt auch Perspektiven auf. Viele Aussagen sind mit anschaulichen Diagrammen gekoppelt. Seine kritische Haltung vertritt der Autor sachlich-emotional und verleugnet dabei seine eigene bundesrepublikanische Herkunft und Sozialisation nicht. Bemerkenswert ist seine mitunter anerkennende Darstellung der Förderung der Bildungs- und Förderungsaktivitäten von Sportler*innen in der DDR. So beschreibt er auch die verpassten Chancen auf Neuorientierung der Kinder- und Jugendsportschulen der DDR in der Wendezeit und benennt Geburts- bzw. Kardinalfehler bei der Einrichtung der bundesdeutschen Eliteschulen des Sports. Grundsätzlich möchte der Autor die Sportschulen auf dem Prüfstand sehen – nicht, um sie abzuschaffen, sondern, um mit Hilfe von Evaluation ihren dauerhaften Verbleib und Erfolg zu sichern. Allein der Titel ist eine Kernaussage zum bestehenden Bildungssystem – vielleicht nicht nur im Sport: „Ein bequemes System macht bequem.“ Und die Grafik des Covers zeigt den Ausweg: Ausscheren. Besser heute als morgen, damit dieses sich Ewig-im-Kreis-Drehen ein Ende hat. Barney tritt schließlich dafür ein, einen neuen Schul-Typ für sportliche Talente zu finden. Sein Vorschlag ist, Sportförderung und einen schulischen Schwerpunkt auf die MINT-Fächer miteinander zu verbinden. Er benennt gute Gründe, warum ihm, als ehemaligem Mathematik-Lehrer und Leiter einer solchen Sportschule, eine Schwerpunktsetzung auf die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik sinnvoll und nützlich erscheint. Ob dies erfolgreich sein könnte, obliegt noch der Beweisführung in der Praxis.
Ein gutes Buch! Ein gutes Buch für alle, die sich für Sport und Sportentwicklung in Deutschland interessieren oder damit befasst sind.
Der über Jahrzehnte in die Berliner Nachwuchssport-Entwicklung involvierte, meinungsstarke und pointiert schreibende Rüdiger Barney legt eine treffende Analyse vor, die klar verdeutlicht, warum die DDR mit ihrem Sportfördersystem über die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS) sehr erfolgreich war und warum es bis heute nicht gleichermaßen gelungen ist, es sogar zunehmend weniger gelingt, die Eliteschulen des Sports (EdS) zu Keimzellen des sportlichen Erfolges zu entwickeln.
Der Essay enthält sauber recherchierte und klare quantitative Belege für die beschriebenen Effekte und Interpretationen, wobei die Mehrheit der Daten aus dem Berliner Geschehen rekrutiert sind. Viele Zahlen werden grafisch unterstützt dargestellt.
Der Autor hat sich intensiv mit den KJS auseinandergesetzt und beklagt, dass berechtigte Kritikpunkte an den KJS, nämlich teils undurchsichtige Ein- und Ausschulungsverfahren sowie der Vorrang der leistungssportlichen vor der schulischen Ausbildung, sich bis heute an den EdS partiell wiederfinden. Letzteres versuchen einige EdS zu überwinden, indem sie das Miteinander von schulischen und sportlichen Bedürfnissen zum Thema machen. Allerdings ist eine Erfolgskontrolle dieses Ansatzes schwierig, denn eine solide Persönlichkeitsentwicklung oder Erfolge im Berufsleben lassen sich erst sehr spät nach dem Schulbesuch evaluieren.
Rüdiger Barney zitiert in seinem Essay eine Studie von 2017, nach der „… die EdS nicht mit erhöhten Erträgen in Form von Erfolgen im Spitzensport einhergeht, aber mit geringeren Bildungsabschlüssen und Berufsaussichten (der Alumni einer EdS)“. Ein vernichtendes Ergebnis!
Der Autor stellt weiter fest, dass in Berlin ein Schülerplatz an einer EdS wegen der zusätzlichen personellen und materiellen Ausstattung doppelt so teuer ist wie an einem herkömmlichen Gymnasium. Dazu kommen aufgrund einer zu geringen Auslastung wegen vorgehaltener Leistungen weitere erhebliche Kosten.
Weiterhin bedenklich für Barney ist zu Recht, dass der Anteil der Schüler an den EdS in den olympischen Kernsportarten wie Leichtathletik, Schwimmen, Rudern und Turnen sowie im Modernen Fünfkampf rückläufig ist, während die Schülerzahlen in den Sportarten, die man dem Profitum zuordnen kann, steigen: im Handball, Basketball, Volleyball, Eishockey und vor allem im Fußball.
Allein die drei Tatsachen, dass Erfolge der EdS weder im sportlichen noch im Bildungsbereich nachweisbar sind, dass die EdS-Plätze deutlich teurer als andere Schulplätze sind und dass deutliche Rekrutierungsprobleme in Nicht-Profi-Sportarten bestehen, rechtfertigt ohne Frage die vorliegende kritische Auseinandersetzung mit dem „bequemen System“ der EdS.
Wertvoll ist, dass der Autor nicht nur seine Finger in vorhandenen Wunden legt, sondern in den letzten beiden Abschnitten „Wie es besser geht“ und „Die Traumschule“ reale Möglichkeiten, Entwicklungsperspektiven und Visionen aufzeigt, in welche Richtungen positive Veränderungen sowohl für Schulen mit leistungssportlichem Schwerpunkt als auch mit der Orientierung auf Sport und MINT-Fächer gehen könnten.
Zum Lesen eindeutig empfohlen!
„Dein Buch „Ein bequemes System macht bequem“ hat mich fasziniert! Es war mir bisher nicht so bewusst geworden, dass unser Denken und Handeln so einen Gleichklang hat. Viele Passagen könnten meine Worte sein. Auf den Modernen Fünfkampf bezogen könnte man auch abwandeln: „Ein erfolgreiches System macht erfolgreich“. Es war natürlich auch nicht immer bequem, wenn wir die vielen Gespräche über meine Athletinnen und Athleten gemeinsam und auf Augenhöhe geführt haben. Durch die Sportschule war es möglich gewesen, dass die Amateursportarten auch ihre Chance bekamen erfolgreich zu sein. Das hat sich, wie Du überzeugend schreibst, bis heute leider verändert. Schade! Es war für mich bequem, im positiven und wahrsten Sinne, mit der Poelchau-Eliteschule zusammenzuarbeiten. Die Erfolge verdanken wir auch der Schule mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und vor allem Dir als Direktor. “
„Glückwunsch! Ein lesenswerter Beitrag zur Diskussion um die Eliteschulen des Sports, von dem ich hoffe, dass er zumindest in den EdS, den Verbänden und der Schul-/Sportpolitik gelesen und beachtet wird, um die Diskussion wieder in Gang und notwendige Veränderungen auf den Weg zu bringen. Schon die Abbildung auf dem Cover zeigt, wohin es gehen sollte: Nicht immer im Kreis herum in bequemen und eingeübten, zugelassenen Bahnen. Notwendig ist ein Aufbruch, ein Ausbruch, eben das Verlassen des bequemen Status quo. Dass es notwendig ist, neue Wege zu gehen, signalisiert der rote Pfeil. […] Sie weisen zu Recht auf die ungezählten Probleme der EdS hin, […] wollen aber die EdS (noch nicht) aufgeben, sie glauben an die Reformierbarkeit de EdS und wollen alle Beteiligten dazu auffordern, hier aktiv zu werden, also nicht bequem zu sein. Sie beschreiben einen „halbtoten“, teilweise vergessenen Patienten, glauben aber an dessen Heilbarkeit und schlagen erste Therapieschritte vor, um den Patienten EdS trotzdem noch zu „retten“, […] “
„Ich musste lesen: „Auch die in beiden Staaten praktizierten Sportsysteme unterschieden sich fundamental. Maß man in der DDR dem Sport, vor allem dem Leistungssport, spätestens seit den 1960er Jahren eine große Bedeutung als Ausdruck des gesellschaftlichen Fortschritts zu, wurde er in der Bundesrepublik eher als „schönste Nebensache der Welt“ betrachtet.“ Ich frage mich immer, warum diese Wortwahl, bei uns: „Schönste Nebensache der Welt“, in der DDR „Gesellschaftlicher Fortschritt“. Bei uns in der Alt-BRD waren die Worte „schönste Nebensache der Welt“ reine Propaganda gegen den DDR-Sport. Diese Worte sollten suggerieren, bei uns alles „frei“, drüben alles auf Druck des Staates. Es bedurfte 18 Jahre, dass sich der Deutsche Bundestag mit den Ursachen befasste, die aufzeigen warum die DDR-Regierung einen tollen Sport eingerichtet hatte. Natürlich waren die Erfolge dann Früchte ihrer Arbeit. […] “
