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April 2021

Es bleibt ein Scherbenhaufen, aber auch eine mutige Justiz!

Die Staatliche Schule für Ballett und Artistik wird wohl nicht wieder das werden, was sie mal war: Ein Leuchtturm in der Berliner Schullandschaft.

Mit diesem Ergebnis müssen alle Beteiligten leben, vor allem diejenigen, die hier am Rad gedreht haben.

Zunächst erlebten wir aufgewiegelte, dann jedoch zunehmend stumme Abgeordnete der Regierungskoalition und eine Bildungsverwaltung, die sich in der Sache einmal mehr als völlig überfordert erwies. Natürlich war den Anschuldigungen nachzugehen, auch eine vorläufige Herausnahme der Beteiligten ist üblich und sinnvoll. Man fragt sich allerdings, welchen Rat die Senatsjuristen wohl gegeben hatten, als sich herausstellte, dass die Vorwürfe nicht mit Fakten zu unterlegen waren? Vor Gericht gaben sie ein jämmerliches Bild ab – Bestenauslese kam hier offenbar  nicht zum Tragen.

Wir erlebten eine Presseberichterstattung, die stark polarisierte. Das ist auch üblich und in Grenzen gut so. Inakzeptabel aber ist das Verhalten des rbb: Er berichtet in der Abendschau ungeprüft über vermeintliches Fehlverhalten des Schulleiters, bringt damit dessen Demontage in Gang, greift die Thematik mit dem Bericht einer  fragwürdig zusammengesetzten Kommission vermeintlicher Experten noch einmal kurz auf, um sich dann, als sich das Blatt zunehmend wendete, in Schweigen zu hüllen. Der gerichtliche Freispruch vom 22.4. war der Abendschau nicht einmal eine Meldung wert. Das nenne ich Hofberichterstattung!

Wir erlebten aber auch, und das ist die einzig positive Botschaft, in Person der Richterin Hinrichs eine mutige Justiz, die neben notwendiger Formalita  auch der Moral ihren Stellenwert einräumte. Erfrischend, wie das Gericht die menschliche  Seite dieser unsäglichen Auseinandersetzung beleuchtete und der Senatorin mit ihrer Verwaltung auch insoweit die Leviten gelesen hat. Das macht Mut im Staat!

März 2021

Fußball ist zu wenig

Die Eliteschulen des Sports brauchen einen Neustart – und ganz viel Transparenz

(veröffentlicht in DER TAGESSPIEGEL v. 2.3.2021 unter „Position“)

Anders als die Staatliche Ballettschule und Schule für Artistik sind die Berliner Eliteschulen des Sports aus dem Fokus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Zu Unrecht. Denn ihre Schülerzahlen gehen zurück – und das verdient Beachtung: Einschulungszahlen sollten als klare Indikatoren zur evidenten Beurteilung der Situation verstanden werden. Die entstehenden Lücken mit immer mehr Fußballern aufzufüllen, kann nicht die Lösung sein.

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Februar 2021

Geld schießt keine Tore – die Hertha-Misere

veröffentlicht in BERLINER MORGENPOST vom 15. Februar 2021

Ja, bessere Ergebnisse helfen sicher dem Renomme des „neuen Zweiten“ im Berliner Profifußball. Aber das reicht nicht! Großes Ansehen hat die Herthaführung durch ihr arrogant-naives Vorgehen in Sachen neues Stadion verspielt. Dass die inneren Strukturen dringendst zu verändern waren konnte der Investor nun endlich durchsetzen. Aber wieder gab es nur halbherzige Entscheidungen. Worin lag denn eigentlich die Aufgabe und Verantwortung des vollmundig als Sportdirektor angeheuerten Arne Friedrich  in dieser Misere des Hertha-Managements. Sollte nicht gerade er das Feld beackern, das besonders brach liegt: die mannschaftliche Geschlossenheit? Ergebnis bekannt! Union wird sich bis auf Weiteres als die neue Nummer eins in Berlin etablieren!  Zu hoffen bleibt, dass sich deren Vereinsführung weiter in volksnaher Mäßigung übt, das goutiert der Fußballfan. Und Hertha? Raus aus dem provinziellen Filz und die Leitungsriege völlig neu aufbauen.

Bitte ein Angebot, Frau Scheeres

veröffentlicht in BERLINER ZEITUNG vom 11. Februar 2021

In Sachen Staatliche Ballettschule fährt die Senatsbildungsverwaltung eine Niederlage nach der anderen ein. Das hat zwei Aspekte, die öffentlich gemacht werden müssen. Zum Einen verschlingt dieses vor mehr als einem Jahr begonnene Kündigungverfahren Unsummen an Steuergeldern, grob gerechnet inzwischen fast € 30.000 für Anwälte und Gericht. Was aber eher schwerer wiegt: Frau Scheeres nimmt mit ihren überforderten Anwälten billigend in Kauf, dass wegen deren formaler Fehler in der Sache weiter der Verdacht geschürt wird, der ehemalige Schulleiter Prof. Stabel hätte sich strafrechtlich etwas zu Schulden kommen lassen. Das ist hinterhältig und dazu geeignet, das weltweite Renomme des Tanzwissenschaftlers zu zerstören. Wie angekündigt will die Bildungsverwaltung nun die Berufung nutzen, um diesen Weg fortzusetzen – im vollen Bewusstsein des weiteren Scheiterns. Hier muss Frau Scheeres ihrer politische Verantwortung gerecht werden und dem juristischen Treiben ein Ende bereiten. Immerhin hat sie es bereits geschafft, Prof. Stabel den Weg zurück in die Schule zu versperren; Fürsorge heißt, ihm jetzt ein angemessenes Angebot zu unterbreiten!

November 2020

Es bleibt die Täuschung!

veröffentlicht in der BERLINER ZEITUNG vom 19.11.2020

Auch wenn sich Frau Giffey als neue Gallionsfigur der Berliner SPD offenbar in der Bevölkerung großer Beliebtheit erfreut, bleibt doch festzuhalten: Sie hat im Rahmen ihrer Promotion getäuscht, vielleicht sogar betrogen. Dafür trägt sie die Verantwortung – der Verzicht auf den Titel ändert daran gar nichts! Gerade populäre Poiltiker sollten sich verstärkt ihrer Vorbildwirkung bewusst sein. Auch der Hinweis auf vermeintliche Versäumnisse der Doktormutter lenkt dabei nur von Frau Giffeys persönlichem Fehlverhalten ab. Der Titelverzicht ist vielmehr als plumper Versuch zu werten, ihre politische Karriere zu retten. Es war ja letztlich nur ihrer Popularität zu verdanken, dass der Doktorgrad nicht aberkannt wurde. Da hätte man sich standhaftere Universitätsgremien gewünscht, dass die SPD-geleitete Rechtsaufsicht untätig blieb verwundert nicht. Ob die Partei allerdings unter diesen Voraussetzungen gut beraten ist, auf Frau Giffey zu setzen, wird sich zeigen. Aber vielleicht zieht ja die Kandidatin selbst die Konsequenz und verzichtet? Das wäre ein zutiefst respektabler Schritt.

Oktober 2020

Den Sportschulen fehlt Attraktivität

BERLINER ZEITUNG vom 05.10.2020

Im Schulbildungs-Ranking der Bundesländer belegte Berlin 2019 den unrühmlichen letzten Platz. Nach neun Jahren, in denen das Bildungsressort von der SPD-Senatorin Sandra Scheeres geleitet wird, sind selbst die drei staatlich besonders geförderten Eliteschulen des Sports nicht mehr erfolgreich. Seit Jahresbeginn ist die Verwaltung dabei, auch noch den Ruf des letzten Leuchtturms zu zerstören, den der Staatlichen Ballettschule. Die genoss bisher internationales Renommee, war zudem gerade wieder bestes berufliches Gymnasium Berlins. Indessen wird öffentlich gefragt, ob es diese Schule überhaupt braucht. Ein Gespräch mit Rüdiger Barney, der lange die Poelchau-Sportschule leitete, über Eliteförderung an Berliner Schulen.

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September 2020

Adresse: Berlin-Absurdistan

veröffentlicht in der BERLINER MORGENPOST vom 06.09.2020

Da feiert es die Bildungsverwaltung nach einem desaströsen Auftritt vor dem Arbeitsgericht als ihren Erfolg, dass der suspendierte Schulleiter der Staatlichen Ballettschule, den sie selbst – offenbar widerrechtlich – in sein Amt eingesetzt hat, nun nicht mehr an seinen alten Arbeitsplatz zurück darf. Das war’s wohl hoffentlich für das Duo Stoffers/Scheeres, der Berliner Schule wäre es zu wünschen. Ich befürchte allerdings, dass man sich noch bis zu den anstehenden Wahlen durchhangeln wird.

Mai 2020

Causa Scheeres

Da das Kindeswohl an unseren Schulen immer Priorität haben muss, ist die Befassung mit den Vorwürfen an der Staatlichen Schule für Ballett und Artistik notwendig und geboten. Es ist aber auch notwendig und geboten, dass den angeschuldigten Personen Gerechtigkeit und Fürsorge widerfährt.
Hier gibt es mindestens drei Kardinalfehler in der SPD-geführten Bildungsverwaltung, die eine Causa Scheeres begründen:

  1. Mit der Neuausschreibung der Schulleiterstelle vor wenigen Wochen initiierte Frau Scheeres eine De-Facto-Vorverurteilung des vorläufig freigestellten Schulleiters Stabel.
  2. Die Zusammensetzung der sog. Expertenkommission sollte sich als Fehlgriff erweisen! Ohne evidenzbasierte Daten, vor allem auch ohne Anhörung der Angeschuldigten wurde der Öffentlichkeit ein Zwischenbericht zur Kenntnis gebracht, der ein verändertes Schlussergebnis ohne Gesichtsverlust der Kommission gar nicht mehr zulässt. Auch dass dieser Bericht vor der öffentlichen Bekanntgabe bereits in einer Berliner Tageszeitung ausführlich erläutert wurde spricht nicht gerade für die Integrität und Unabhängigkeit der bestellten Experten.
  3. Die Ein- und Ausschulungspraxis an den Berliner Eliteschulen gibt – wie auch hier – immerwieder und seit langem Anlass zu Unmut bei allen Beteiligten, vielfach wird sie mit den Verfahren der Kinder- und Jugendsportschulen der DDR  verglichen. Mit viel Mühe  konnten wir vonseiten der Eliteschulen des Sports erreichen, dass diese Thematik in die  Koalitionsvereinbarung von 2RG aufgenommen wurde. Dazu sollte eine neue Konzeption erarbeitet werden. Darauf wartet man bis heute!

Das Agieren der Bildungsverwaltung erscheint unter den beschriebenen Aspekten kritikwürdig und lässt einmal mehr die Frage zu, ob die Spitze überhaupt in der Lage ist, mit dieser Problematik adäquat umzugehen. Auch die ansonsten oft überforderte Senatorin Scheeres sollte über ihr Verbleiben nachdenken, es gibt mehr denn je eine Causa Scheeres.

April 2020

Zur Beurlaubung des Schulleiters der Staatlichen Schule für Ballett und Artistik wegen anonym vorgebrachter Kritik an seinem Leitungsstil.

Das Krisenmanagement der SPD-geführten Bildungsverwaltung befindet sich wahrlich in einem erbärmlichen Zustand. Zögern, planlos handeln und überstürzt entscheiden bestimmen deren Aktivitäten. Als langjähriger Schulleiter einer Berliner Eliteschule des Sports ist mir geläufig, mit welcher Sensibilität Spitzensportler – zu denen ich auch die Ballettschüler*innen zähle – gefordert, aber auch gepflegt werden müssen. In dieser Hinsicht habe ich Herrn Stabel als stets umsichtig und fürsorglich erlebt. Seine Beurlaubung zum eigenen Schutz und die Berufung einer unanhängigen Untersuchungskommission zur Erhellung der Situation erschien zunächst nachvollziehbar. Wie man aber, ohne das Ergebnis der Untersuchungen abzuwarten resp. zu kommunizieren, die Schulleiterstelle neu ausschreiben kann, bleibt unverständlich. Das ist nicht nur ein derber Affront gegen die von Herrn Brunswicker geleitete Gruppe sondern auch ein von mangelnder Fürsorge getragenes Verhalten der Schulaufsichtsbeamten. Haben diese doch das Auftreten der Schülerinnen und Schüler zu besonderen Anlässen in ihrem Dienstgeschehen immer gern in Anspruch genommen. Ich erinnere noch gut, wie Frau Scheeres anlässlich der Verabschiedung eines langjährigen und ihr wohlgesonnen Abteilungsleiters mit großer Freude die Dienste und das Arbeiten dieser Schule gewürdigt hat. Wir erleben hier ein weiteres Beispiel für eine desolate Verwaltung mit einer überforderten Senatorin an der Spitze.

Schulleiter wehrt euch!

Mag man das Festhalten an den Abiturprüfungen aus übergeordneten Gesichtspunkten noch nachvollziehen, bleibt das Beharren der SPD-geführten Bildungsverwaltung an den Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss völlig unverständlich. An den Gymnasien ist diese Prüfung sowieso unnötig. Aber auch an den Sekundarschulen sollten die Schüler*innen mit entsprechenden Vorleistungen ohne weitere Prüfung in die Gymnasiale Oberstufe übergehen können. Verbleiben die Schulabgänger, für  die sicher eine unter den momentanen Umständen akzeptable Lösung gefunden werden kann. Das könnten zum Beispiel schulinterne Prüfungen nach der Wiederaufnahme des regulären Schulbetriebs sein. Stattdessen besteht die mal wieder überforderte Schulsenatorin mit ihrer Entourage starr auf das Abhalten der Prüfungen. Ich halte das für unverantwortlich und geradezu fahrlässig! Die Schulleiterinnen und Schulleiter der Berliner Schule fordere ich auf, sich hier nicht die Verantwortung zuschieben zu lassen und statt dessen von ihrem Remonstrationsrecht Gebrauch zu machen. Wann denn sonst sollte ein solcher Schritt erfolgen? Es geht um die Gesundheit der ihnen anvertrauten jungen Menschen! Ich fürchte, dass nur eine solche Aktion die Entscheidungsträger in der Bildungsverwaltung  noch von Ihrem Vorhaben abhalten kann. Im Übrigen  befänden sie sich damit im Einklang mit den gewählten Gremien von Eltern, Schülern und Lehrern und das ist gut so – Solidarität hilft besonders in diesen Zeiten.

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